
2. Karate-Weekend und 2. Cup LVO
Oberschützen 10. - 11.01.2026
Nach dem gelungenen ersten Karate-Weekend im vergangenen Sommer fand am 10. und 11. Jänner 2026 zum zweiten Mal das Karate-Weekend des SKIAF-LVO statt. Veranstalter des Wochenendes war diesmal das Dojo Nagato Pinkafeld, das mit großem Engagement für einen reibungslosen Ablauf und eine angenehme Atmosphäre sorgte.
Der Lehrgang am Samstag war mit 35 Teilnehmer*innen aus dem Osten Österreichs gut besucht. In einem abwechslungsreichen und zugleich schweißtreibenden Training nutzten die Karateka die Gelegenheit, intensiv an Ausdauer, Technik, Präzision, Kraft und Geschwindigkeit zu feilen.
Am Sonntag folgte der 2. Cup LVO, bei dem sich 43 Starter*innen in verschiedenen Alters- und Graduierungsklassen miteinander messen und das Erlernte aus dem Lehrgang gleich in die Praxis umsetzen konnten. Für einige Karateka bot der Cup die erste Möglichkeit, Turnierluft zu schnuppern und Wettkampferfahrung zu sammeln.
Insgesamt war das Karate-Weekend ein voller Erfolg. Die hohe Teilnehmerzahl spiegelt das wachsende Interesse an Veranstaltungen im Osten Österreichs wider und zeigt, dass sich der LVO auf einem guten Weg befindet.
Galerie Karate-WE Oberschützen 10.-11.01.2026
Kata
Kata bedeutet Form, im Sinne von Gussform, Schablone.
Kata sind strikt festgelegte Abfolgen von Bewegungen, Bibliotheken von Kampftechniken, die durch ihre geometrische und rhythmische Anordnung Kunstwerke für sich darstellen, denen eine Bedeutung über die reine Technik hinaus innewohnt.
Durch das Auswendiglernen und ständige Wiederholen einer Kata gehen die Bewegungen in Fleisch und Blut über. Der/die Karateka lernt, den eigenen Körper auf natürliche, effiziente und effektive Art einzusetzen und den künstlerischen und ästhetischen Sinn zu verfeinern.
Ein Sprichwort besagt: hito kata san nen (一型三年; dt.: Eine Kata, drei Jahre). Man muss eine Kata mindestens drei Jahre lang regelmäßig üben, um die grundlegenden Prinzipien dieser Kata zu verstehen. Das heißt aber nicht, dass man dann alles über die Kata weiß. Man kann ein ganzes Leben lang neue Aspekte einer Kata kennenlernen.
Ursprung, Bedeutung und Namen
Kata sind nicht so exotisch, wie sie auf den ersten Blick scheinen mögen. Eine moderne Aufführung mag für den Betrachter tänzerisch oder athletisch erscheinen, doch die lange Tradition der Kata in den verschiedensten Kampfkünsten verrät durchaus praktische Zwecke dieser Choreographien.
Kata - wozu?
In erster Linie sind Kata Übungsfolgen, um sich Bewegungsmuster einzuprägen und Kampftechniken auch ohne Partner üben zu können. Ein realer Übungspartner verhält sich immer anders und die Übung ist stets mit unberechenbarer Gefahr verbunden. Dementsprechend sind Kata die einzige sinnvolle Möglichkeit, den Körper systematisch und regelmäßig für den Anwendungsfall zu schulen und werden daher seit dem Anbeginn der Kampfkunst gelehrt.
Dieses Konzept ist bei weitem kein fremdes. Alle, die ein Handwerk oder eine Kunstform lernen, wissen, dass die unermüdliche Übung von simplen Bausteinen essenziell für das Meistern dieser Kunst ist. Musiker spielen Tonleitern und Arpeggios, Maler zeichnen Kugeln und Würfel, Sportler üben an Hanteln und Laufbändern. Die mühelose Darstellung und Improvisation komplexer Formen ist erst die Frucht jahrelanger repetitiver Arbeit.
Der zweite große Aspekt der Kata ist, dass jede davon bereits ein vollständiges System bildet. Selbst so kurze Kata wie Wankan oder Tekki Shodan beinhalten Angriffe und Verteidigungen auf verschiedenen Höhen, Fußtechniken, Schläge und Griffe. Auch anatomisches Wissen steckt in den Kata. Man lernt die Grenzen seines Körpers, die Bewegungsradien der Gelenke, Balance und Dysbalance kennen. Man wird auf verwundbare Stellen hingewiesen und auf die Art und Weise, diese zu attackieren. Eine Kata ist eine Bibliothek in Bewegung, die das Wissen des Meisters, der die Kata konzipiert hat, über viele Generationen weiterträgt. Deshalb ist es wichtig, Kata möglichst exakt zu lernen, damit dieses versteckte Wissen erhalten bleibt.
Das Wesentliche der Kata ist jedoch, dass sie als Kunstwerk etwas größeres darstellen als die Summe ihrer Bewegungen. Jede Kata hat einen Charakter - einen Geist, der durch jede Interpretation neu verkörpert wird. So unveränderlich und strikt die Regeln einer Kata auch sind - Jede Kata lebt.
Kata-Studium
Kata lernt man heute "von hinten nach vorne". Man muss zuerst die Bewegung lernen, um den Grund für diese Bewegungen zu verstehen.
Zu Beginn erscheinen sie sinnlos oder gar kontraintuitiv. Lange Zeit wird nur an der optischen Perfektion gefeilt. Erklärungen, was die Bewegungen im kämpferischen Kontext zu bedeuten haben, sind marginal und oberflächlich. In vielen Karate-Vereinen und anderen Kampfkünsten werden Kata daher nur am Rande behandelt oder es wird gänzlich darauf verzichtet.
Erst im fortgeschrittenen Karate-Studium, mit wachsender Erfahrung und Verfeinerung des Körpergefühls, wird man langsam dazu in der Lage, Kata natürlich und mühelos auszuführen. Man erkennt, dass in jeder kleinen Bewegung eine Bedeutung steckt, und man wird auf mögliche ursprüngliche, reale Anwendungen der Techniken aufmerksam. Darum geht es bei Bunkai, die Zerlegung einer Kata und Analyse ihrer Anwendungen.
Namen
Die historischen Ursprünge der einzelnen Kata sind oft umstritten. Viele Kata haben mehrere Versionen über die verschiedenen Karate-Stile verteilt, deren Ausführung meist auf einen bestimmten Kampfkünstler zurückgeht, der sein Wissen in eine Kata eingearbeitet und sich auf diese Art verewigt hat. So sind einige Kata wie Kūsankū (Shōtōkan: Kankū) oder Chintō (Shotokan: Gankaku) nach solchen Kampfkünstlern benannt.
Andere Kata sind lediglich nach der Anzahl ihrer Techniken benannt, Shōtōkan kennt Nijūshiho (24) und Gojūshiho (54), daneben finden sich Nijūhachiho (28), Seisan (13, Shotokan: Hangetsu), oder Suparinpei (108).
Diese Zahlen sind möglicherweise religiösen (108 irdische Verlangen) oder kalendarischen (12-Jahreszyklen) Ursprungs.
Einige Kata sind zusätzlich nummeriert, wie zum Beispiel die Heian Kata. Diese Kata sollen offenbar aufeinander aufbauend in dieser Reihenfolge gelernt werden.
Weitere Varianten derselben Kata sind nach Dai und Shō (groß und klein) unterschieden. Hier lernt man üblicherweise zuerst Dai, dann Shō. Insofern können groß und klein als Haupt- und Nebenvariante verstanden werden.
Die 26 Formen des Shotokan Karate
Als Gichin Funakoshi Karate nach Japan brachte, gab er jeder Kata einen japanischen Namen, teils übernommen von den ursprünglich nicht-japanischen (okinawanischen bzw. chinesischen) Namen, teils von ihm selbst eingeführt. 26 Shotokan Kata sind heute bei Turnieren zugelassen.
- Heian (Shodan, Nidan, Sandan, Yondan, Godan)
- Tekki (Shodan, Nidan, Sandan)
- Bassai (Dai, Sho)
- Kanku (Dai, Sho)
- Jion
- Jiin
- Jitte
- Enpi
- Sochin
- Nijushiho
- Gojushiho (Dai, Sho)
- Gankaku
- Unsu
- Chinte
- Hangetsu
- Meikyo
- Wankan
Zusätzliche Kata sind
- Taikyoku Shodan
- Gankaku Sho
- Nijuhachiho

Was ist Karate?
Wenn man Karateka (= jemand, der/die Karate ausübt) fragt, was Karate ist, wird man vermutlich so viele verschiedene Antworten bekommen wie befragte Menschen. Karate hat eine weit verzweigte Geschichte, zieht Inspirationen aus dem gesamten fernöstlichen Kulturkreis und wird heute auf der ganzen Welt praktiziert.
So explosionsartig, wie sich Karate innerhalb weniger Generationen verbreitete, so zersplitterten die verschiedenen Karate-Stile in hunderte Verbände und Vereine mit unterschiedlichen Lehrmeinungen und Schwerpunkten. Der LVO vertritt traditionelles Shōtōkan Karate, nach dem System von Hirokazu Kanazawa. Dieser Artikel beschränkt sich auf diese Schule.
Der Name
Zuallererst aber sei der Begriff Karate erklärt: Eigentlich spricht man von Karatedô (jap. 空手道). Die Schriftzeichen heißen übersetzt leer - Hand - Weg, also Weg der leeren Hand. Die leere Hand deutet auf eine unbewaffnete Kampfkunst hin. Der Weg unterstreicht, dass es sich nicht um eine isolierte Sportart oder ein reines Selbstverteidigungssystem handelt, sondern um einen Weg der persönlichen Entwicklung. Der/die Karateka wächst mit Karate, Karate wächst mit dem/der Karateka.
Bereits hier finden sich Brücken zu einer tieferen, spirituellen und religiösen Welt: Im buddhistischen Herz-Sutra (hannya-shingyō) findet sich die Zeile: Kū soku ze shiki. Shiki soku ze kū (jap. 色即是空。空即是色。; etwa: Form, ebendas ist Leere. Leere, ebendas ist Form). Der chinesische Daoismus leitet sich von Dao (道 = Weg) ab. Auf die jeweilige Bedeutung wird hier nicht näher eingegangen, es sei nur unterstrichen, dass alleine die Begriffe Leere, Weg und Karatedō eine gründliche Untersuchung wert sind.
Inhalte
Die Inhalte des Karate-Trainings sind vielfältig. Es beginnt bei der Schulung des Körpers mit grundlegenden Fähigkeiten wie Flexibilität, Koordination, Ausdauer oder Gleichgewicht. Die erlernten Bewegungen tragen Namen wie "Fauststoß", "Kick" oder "Abwehr", doch stellt man bald fest, dass die kämpferische Anwendung nicht im Vordergrund steht, sondern zunächst die künstlerische Perfektion und Kontrolle der zugrundeliegenden physikalischen und anatomischen Mechanismen des Körpers.
Mit steigender Intensität wird auch der Geist gefordert. Aus ständiger Anstrengung und Korrektur wachsen Geduld, Disziplin und Aufmerksamkeit. Diese Eigenschaften sind nicht nur beim Training (oder später bei Turnieren) relevant, sondern sollen über das Vereinstraining hinaus im Alltag eingebracht werden.
Aus geistiger Übung wird schließlich charakterliche Haltung. Diese erzieherische Rolle des Karatedō ist ein zentrales Merkmal und ein Bindeglied zu den anderen Disziplinen des Budō (Sammelbegriff für Kampfkünste wie Kendō oder Judō, die u.a. den militärischen Traditionen der Samurai entspringen).
An dieser Stelle sei erwähnt, was nicht Teil des Karate-Trainings ist:
Karate ist nicht Hollywood. Karate ist kein Spektakel. Karate ist kein Wettbewerb.
Man kann sich im Turnier mit anderen messen, man kann seine Fähigkeiten zur Schau stellen, aber Karate ist nicht dafür da, die eigene Siegeslust zu stillen, gewaltsame Kampftechniken zu lernen oder mit akrobatischen Tricks zu prahlen. Man soll seine Grenzen überwinden können, aber ungezügelte Gemüter sind fehl am Platz.
Damit es zu keinen solchen Entartungen kommt, ist eine Tugend zentral: Rei.
Rei - der Respekt
Das Alpha und das Omega für Karate ist Rei. Meist übersetzt mit Respekt, ist Rei aber nicht nur oberflächlich höfliches Verhalten. Wer sich selbst wertschätzt und diese Wertschätzung anderen gegenüber von Herzen äußert, bringt Rei zum Ausdruck.
Das korrekte respektvolle Verhalten im Training und während Pausen - die Etikette - ist unerlässlich für ein konstruktives und gewaltfreies Miteinander.
Was ist Karate?
Karatedō ist, was der/die Karateka daraus macht.
Karatedō vermittelt Inhalte sportlicher, künstlerischer und philosophischer Natur.
Karatedō ist eine Lebenseinstellung, die Körper, Geist und Herz formt.
Rechnitz: Erstes Karate-Weekend mit Geschriebenstein-Cup
Am Wochenende von 9. bis 10. August 2025 veranstaltete der LVO in Rechnitz erstmals eine Kombination aus Lehrgang und Wettkampf, wie es in den Nachbarländern, nicht aber im Bundesfachverband SKIAF üblich ist. Getauft wurde es "Karate-Weekend".
Auf einen Tageslehrgang des LVO am Samstag, geleitet durch Trainer des LVO, folgte der nach dem höchsten Gipfel Burgenlands benannte "Geschriebenstein-Cup". Hier können vor allem die Nachwuchs-Karateka in einem kleineren, zugänglicheren Rahmen Turnierluft schnuppern, währen sie ihre Technik beim Lehrgang weiter verfeinern. Für Verpflegung sorgte ein üppiges Kuchen- und Brotbuffet. Daneben stellte die Gemeinde den Badesee zur Entspannung zur Verfügung. Den Samstagabend rundete ein gemeinsames Essen in der Pizzeria Tiffany ab.
Besonders erfreut war der LVO, dass Vereine aus den Nachbarländern Ungarn (Shotokan Tigrisek SE Sopron) und Slowenien (Shotokan Karatedo-Klub Tromejnik-Kuzma) der Einladung gefolgt sind. Somit konnte das Karate-Weekend als Kooperation dreier Länder durchgeführt und der Geschriebenstein-Cup als internationales Turnier ausgetragen werden.
Mit über 30 Teilnehmern in 12 Kategorien waren viele Sieger sicher und der LVO konnte ein gelungenes erstes Karate-Weekend verzeichnen.
Erster 2-Tageslehrgang des LVO in Leutschach
Am 22.März 2025 fand erstmals im Turnsaal der VS Leutschach der Lehrgang des Länderverband Ostregion statt. Vertreten waren die Vereine aus Wien, Graz, Leutschach, Pfaffstätten und Rechnitz.

Erster 2 Tageslehrgang des LVO in Rechnitz
Am 11. und 12.01.2025 fand im Turnsaal der NMS Rechnitz der erste Lehrgang des SKIAF-LVO statt.
Der Dojo ASKÖ Shotokan Karatedo Rechnitz Nakano Takeko bedankt sich bei den Instruktoren für diesen tollen Lehrgang, der sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene lehrreich und schweißtreibend war.
Nach dem allgemeinen Training am Samstag ging es am Sonntag weiter mit zwei intensiven Stunden Oberstufentraining, bei dem fortgeschrittene Schüler tiefere Einblicke in die höhere Kunst dieser Art von Selbstverteidigung machen konnten.
Obmann und Trainer Christian Zambach freut sich auf den nächsten Lehrgang und bedankt sich bei allen für ihr Engagement.
1. Cup des Länderverbandes Ostregion
Zum ersten Mal fanden am 2. November gleich knapp 60 Karateka aus der Osthälfte Österreichs den Weg in die Turnhalle der Neuen Mittelschule in Rechnitz um sich beim Cup des Länderverbands Ostregion im sportlichen Wettkampf zu messen. Neben Einzel- und Mannschaftskatas, wie der Kampf gegen imaginäre Gegner genannt wird, ging es am Nachmittag schließlich im Kumite - der Zweikampf zwischen Karatekas - richtig heiß her.
Das Land Burgenland trug einen Teil bei, denn die Ehrenpokale wurden von der burgenländischen Landesregierung großzügigerweise gesponsert, womit das östlichste Bundesland Österreichs einmal mehr unterstrich, dass Sport auf der Landesagenda ganz weit oben steht. Rechnitz' Bürgermeister Martin Kramelhofer war von dem Karate-Spektakel derart angetan, dass er überhaupt gleich mehrere Stunden der Veranstaltung beiwohnte und schließlich auch bei der Siegerehrung eine tragende Rolle einnahm.
Die zahlreichen freiwilligen Helfer des ASKÖ Shotokan Karatedo Rechnitz halfen schon am Feiertag zu Allerheiligen bereitwillig beim Aufbau und legten schließlich auch beim Abbau nach dem Event wieder fleißig Hand an, womit die Ausrichtung des Cups überhaupt erst möglich gemacht wurde. Zusätzlich verköstigten die Volontäre auch den gesamten Tag über mit selbst gezauberten herzhaften und süßen Speisen nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die zahlreich erschienen Zuschauer.
Der ASKÖ Shotokan Karatedo Rechnitz nahm mit 14 Starten sehr erfolgreich teil und holte gleich zehn Medaillen (3x Gold, 3x Silber & 4x Bronze) ins südliche Burgenland. Trainer und Obmann Christian Zambach war verständlicherweise sehr stolz auf seine Schüler, die mit Ausdauer, Wille und Ehrgeiz ihre Liebe für die traditionelle Kampfkunst unter Beweis stellten. Besonderer dank gebührte Bürgermeister Martin Kramelhofer, der für die jahrelange Unterstützung durch die Gemeinde Rechnitz von Chistian Zambach die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekam.











































